Der Arbeitskreises Pilze informiert

Informationsabend des Arbeitskreises Pilze der Naturschutzgruppe Taubergrund

Herbstzeit – Erntezeit!
Auch der Wald steht jetzt mit seinen Gaben bereit. Nachdem die Beeren meist abgeerntet sind, stehen die Pilze im besten Stadium. Für Pilzkenner ein Genuss. Für viele Menschen aber eine Welt mit sieben Siegel.

Über heimische Speisepilze und ihre giftigen Doppelgänger informiert der Arbeitskreis Mykologie bei einer Veranstaltung am Do, 12. Okt. 2017 im Kleinen Gartensaal des Kurhauses um 19.30 Uhr. 

Die mitgebrachten Pilze werden bestimmt und der Speisewert erläutert. Vielleicht lernen Sie so eine neue Art kennen und können ihren Speiseplan erweitern.
Der Referent der Deutschen Gesellschaft für Mykologie Klaus Neeser wird auch auf Veränderungen unseres Pilzvorkommens, die mit Klimawandel zu tun haben eingehen.

Pilzfreunde sind herzlich willkommen.

Informationsabend Pilze – Infoplakat

Naturerlebnistag am 24.9.17/ 11 – 17 Uhr

Herzliche Einladung zu diesem traditionellen, sehr attraktiven Großereignis der Naturschutzgruppe.

Neu!!  Bilder vom Naturerlebnistag 2017

 

Auch in diesem Jahr führt unsere Naturschutzgruppe in Zusammenarbeit mit der Stadt Bad Mergentheim, der Fachschule für Sozialpädagogik, dem Kreisforstamt, dem Imkerverein Mittleres Taubertal, dem Allgemeinen Verkehrsclub Deutschland, dem Flechtworkshop und weiteren Gruppen einen Naturerlebnistag für die ganze Familie durch.
Man kann sich wieder über ein großes Angebot der ehrenamtlichen Helfer mit interesanten und informativen Spiel- und Bastelstationen geben.
Am Sonntag, den 24.September 2017 darf im Schloss- und Kurpark an über 20 Stationen gespielt, geforscht, beobachtet und gebastelt werden. Eine bedeutende Zielgruppe sind zwar Familien mit Kindern, aber auch weitere Interessenten werden von den vielfältigen und vielzähligen Angeboten angetan sein. Eine informative Pilzschau, der Blick ins klare Wasser der Tauber, vielleicht auch ein Glas mit frisch gepresstem Apfelsaft (dieses Jahr herrscht Obstmangel) oder eine Wildschweinbratwurst u.v.m. finden sicherlich viele Liebhaber. Zudem wird zwei Mal eine Führung zu den botanischen Höhepunkten des Schloss- und Kurparks angeboten. Die Naturschutzgruppe rechnet als Hauptveranstalter wieder mit über 2000 Besuchern, die von 11 bis 17 Uhr an der Achse vom Tauberwehr bis zum Schloss das Naturerlebnis mit einem Sonntagsspaziergang verbinden können. Mittelpunkt der Veranstaltung ist das Umweltzentrum (an der Bahnschranke zum Kurpark). Als großer lokaler Umweltverein mit über 400 Mitgliedern gibt es bei einer Tasse Kaffee und Kuchen Informationen über die wichtige Arbeit im Altkreis Mergentheim und darüber hinaus. Die Vorbereitungen für dieses Großereignis sind, federführend von der Pilzgruppe, bereits in vollem Gange. Für den Auf- und Abbau, aber auch für die Organisation am Veranstaltungstag suchen wir noch Helfer und auch die Bereitschaft für Kuchenspenden. Wer Interesse hat, zum Gelingen des Naturerlebnistages 2017 in irgendeiner Weise einen Beitrag zu leisten, der melde sich bitte bei dem Vorsitzenden Josef Gulde. Text: Tillmann Zeller, Fotos: Peter Schmid

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Jahres-Ausflug am 22. Oktober in den Steigerwald

Unser diesjähriger NSG-Ausflug führt in den Steigerwald. Zentrale Zielpunkte dort sind der sehr eindrucksvolle „Baumwipfel-Pfad“, der spannende „Methusalem-Pfad“ bei Ebrach, sowie das neue Steigerwald-Zentrum nahe dem Weindörfchen Handtal.
Abfahrt ist um 7.30 Uhr an der Bushaltestelle im Weberdorf (neben LIDL). Die Rückkehr starten wir in Handtal spätestens um 18.30 Uhr und sind gegen 20 Uhr wieder am Ausgangspunkt im Weberdorf. Für Kaffee-bzw. Vesperpausen stehen mehrfach Gelegenheiten (Cafeteria!) vor Ort zur Verfügung. Eine abschließende Einkehr ist in Handtal vorgesehen (Essen wird vorab im Bus bestellt). Kinder finden an der Cafeteria des Forstamtes und hinter dem Ausgang des Baumwipfel-Pfades jeweils einen schönen Waldspielplatz, sowie nach dem Ausgang des Baumwipfel-Pfades ein kleines Streichelgehege vor. Insbesondere, wenn lieber mehr Zeit an diesen Orten verbracht und die Einkehrmöglichkeit nicht genutzt wird, ist ein kleines Rucksackvesper mit Getränken zu empfehlen. Für den „Methusalem-Pfad“ ist festes Schuhwerk sinnvoll. Der „Baumwipfel-Pfad“ und der 40-minütige Wanderweg nach Handtal sind relativ problemlos mit einfacher Wanderausrüstung zu bewältigen. Im Steigerwald-Zentrum werden die teilweise interaktiven Ausstellungspositionen rund um den Wald und unser Wasser nicht nur für Erwachsene ein Erlebnis sein. Die Kosten für Busfahrt und Eintritt ins Zentrum betragen ca. 25 €. Aktive Tauberhüpfer fahren umsonst mit.

Anmeldungen bitte möglichst bald (spätestens zum 25.9.17) bei Monika und Josef Gulde (Telefon 07931 / 3661 oder mailto: J.Gulde@naturschtz-taubergrund.de

Es wäre sehr schön, wenn sich für diesen Ausflug wieder eine große Schar interessierter Naturfreunde entscheiden würden.

Zeitlicher Programmvorschlag für den NSG-Ausflug am 22.10.2017

07.30 Uhr Abfahrt des Busses in Bad Mergentheim/ LIDL- Weberdorf
09.00 Uhr Start Baumwipfel-Pfad
11.00 Uhr Gelegenheit zur Kaffeepause in Cafeteria am Baumwipfel-Pfad
11.30 Uhr Start Methusalem-Pfad
13.00 Uhr Gelegenheit zur Mittagspause in Cafeteria am Baumwipfel-Pfad
14.00 Uhr Wanderung (40 Minuten) zum Steigerwald-Zentrum nach Handtal
14.30 Uhr Der Bus fährt leer bzw. mit Nichtwanderern nach Handtal
15.00 Uhr Besuch des Steigerwald-Zentrums
16.30 Uhr Gelegenheit zur Vesper im urigen Weinlokal „Schoppenstübla“ in Handtal
18.30 Uhr Abfahrt mit dem Bus von Handtal nach Bad Mergentheim
20.00 Uhr Ankunft Bad Mergentheim

Landesgartenschau Bad Mergentheim

Hallo liebe Naturschutzfreunde,

wie euch sicherlich bekannt ist, will die Stadt Bad Mergentheim einen neuen Versuch starten, die Gartenschau 2026 nach  MGH zu holen.

Unsere NSG ist vom OB aufgefordert worden beim Ideenforum mit zu machen. Dazu gibt es am Mi, 27.9. um 18.30 Uhr ein Bürgerforum mit Ideenbörse im Kursaal.
Vorher, um 17 Uhr findet ein Spaziergang statt, der Entwicklungspotentiale in ausgewählten Arealen aufzeigt.

Ich denke, dass wir uns hier auf jeden Fall rechtzeitig einbringen sollten. Alle, die dazu Ideen und Vorschläge haben, mögen sich bei mir melden.

Dank und freundliche Grüße
Josef Gulde

weitere Infos: Stadt Bad Mergentheim

Zum Landesgartenschau-Blog
blog.bad-mergentheim.de

Alter Pilzgarten im Wolfental wird wieder neu.

Im Wolfentaler Wald in Bad Mergentheim wurde in den wurde vor mehr als drei Jahrzehnten ein Pilzgarten angelegt. Es gehört der Stadt . Die renommierte und überregional geschätzte Pilzgruppe der Naturschutzgruppe Taubergrund hat die Erlaubnis (mündlich) der Forstverwaltung hier Untersuchungen der Pilze durchzuführen.  Vor allem geht es um die Sukzessionsforschung, d. h., welche Pilze kommen der Reihe nach auf den verschiedenen Projekten (Hölzern) vor. Wie verhalten und beeinflussen sich die Fruktifikationen der einzelnen  Arten zueinander und so weiter. Anfangs bekamen die hiesigen Mykologen guten Auftrieb von seitens namhafter Pilzfachleute. Bei überregionalen Tagungen der Mykologen wurde der Pilzgarten vorgestellt und auch von Klaus Neeser in der Fachzeitschrift der Arbeitsgemeinschaft darüber berichtet.In den letzten Jahren waren die Aktivitäten nicht gewaltig. Nun möchte die Pilzgruppe wieder tätig werden. Nicht nur erwünschte Pilze waren im Pilzgarten aktiv. Manche setzten auch der Sitzgruppe und den Zaunpfählen zu und brachten diese zum Einsturz.

In den letzten Schultagen wurde nun gemeinsam mit Schülern aus Offenburg, den Mitarbeitern des Waldschulheims Schöntal und Mitgliedern der Naturschutzgruppe Taubergrund begonnen den Pilzgarten wieder auf Vordermann zu bringen. Die Schüler/innen waren begeistert bei der Sache und fragten bei der morgendlichen Vesperpause hochmotiviert,“können wir jetzt weiterarbeiten“. Leider war es während des Arbeitseinsatzes sehr trocken, so konnten, anders als jetzt nach den ergiebigen Regenfällen, keine Fruchtkörper der Pilze entdeckt werden.

Das 1990 gegründete Waldschulheim Kloster Schöntal ist Teil des Landratsamts Hohenlohekreis mit finanzieller Unterstützung durch das Land Baden-Württemberg. Es bietet sogenannte Waldschulheimaufenthalte an. Dies sind fünf- bis zwölftägige Aufenthalte siebter bis elfter Klassen (14 bis 17 Jährige) aller Schularten. Sie ermöglichen eine sehr intensive Auseinandersetzung mit Natur, Wald und Waldwirtschaft, Landschaft, Kultur und sozialem Leben. Sie entsprechen in geradezu idealer Weise fächerübergreifendem Unterricht und fördern genau die Kompetenzen, die in der Schule schwer zu vermitteln sind. Nach einer morgendlichen Einführung zu verschiedensten Waldthemen fahren (selten auch gehen) alle zusammen in den Wald. Dort werden die Aktivitäten und Arbeiten sehr praxisnah immer von den Schülern selbst durchgeführt. Die vormittägliche Mitarbeit der Schüler in Wald und Natur (8.30 Uhr bis 12.30 Uhr) hilft mit bei der Finanzierung der Aufenthalte.

An drei oder vier Nachmittagen in der Woche wird den Schülern ein abwechslungsreiches, natur- oder kulturbezogenes Gruppenprogramm als Pflichtveranstaltung angeboten, in welches wir auch Schüler- und Lehrerwünsche aufnehmen. In Arbeitsgruppen und Projekten werden sehr vielseitige Aspekte menschlichen Zusammenlebens und der Naturbeziehungen erarbeitet. Es findet, außer bei Einweisungen und sicherheitsrelevanten Instruktionen, kein weiterer theoretischer Unterricht statt. Die persönliche Auseinandersetzung mit den gewählten Themen und das intensive eigene Erleben stehen im Mittelpunkt.

Die Grundkosten belaufen sich auf zur Zeit 150 €/Person für sieben bis 12-tägige und 90 €/Person für fünftägige Aufenthalte bei Vollpension in Zwei- bis Vierbettzimmern. Hinzu kommen höchstens 15 € für Material und Ähnliches. Ausflüge am Wochenende sind nicht inbegriffen. Das Haus verfügt über eine eigene Küche. Die Mitarbeit in Wald, Haus und Natur am Morgen ist verpflichtend. Diese Mitarbeit klingt für viele junge Leute zuerst abschreckend. Gerade sie wird jedoch am Ende des Aufenthaltes von vielen Jugendlichen als besondere Erfahrung geschildert.

Für dritte bis sechste Klassen werden sogenannte Walderlebnisaufenthalte angeboten. Diese fünftägigen Aufenthalte sind ähnlich wie die Waldschulheimaufenthalte strukturiert.

Auf einer Sägemehlmatte werden Pilze erwartet und andere sind schon da. Sie haben so eindrucksvolle Namen wie Ohrlöffelstacheling, ranziger Trichterling oder strahlfüßiger Tintling.

Fotos von aktiven Schülern, die von Förstern und Pilzfreunden angeleitet werden, Schild Pilzgarten, Sägemehlbett, Pilz

Text:  Tillmann Zeller

Biologische Vielfalt fördern

Die Naturschutzgruppe Taubergrund betreut zahlreiche wertvolle Biotope. Darunter sind mehrere Feuchtgebiete , Naturschutzgebiete, Naturdenkmale und eine Tauberinsel. Jetzt waren sieben Aktive bei schweißtreibenden Temperaturen in Markelsheim in einem der Naturschutzgruppe zur Pflege überlassenen steilen Grundstück im Pflegeeinsatz.Es handelt sich um eine ehemalige Rebfläche, die sich zu einem Trockenrasen entwickelte.Trockenrasen auf Kalkböden gehören heute zu den am stärksten gefährdeten Pflanzengesellschaften. Ehemalige Rebflächen sind nur dann ökologisch wertvoll, wenn sie nicht überdüngt sind , denn sonst entwickeln sich Gehölze, die das Rückzugsgebiet gefährdeter Tier- und Pflanzenarten überwuchern. Wie Bauern in Hochgebirgsregionen mussten die Naturschützer arbeiten. Der Transport des Schnittguts musste in Handarbeit erfolgen. Das Schnittgut muss abgeräumt werden, damit der Fläche Nährstoffe entzogen werden, die über viele Jahre durch den intensiven Weinbau in der Vergangenheit in den Boden eingebracht wurden. Der bodendeckende Bewuchs von Fettgräsern und Schlingpflanzen wie Brombeeren, Reben und gewöhnlicher Waldrebe wurde gemäht. Sträucher und Baumarten wie Hundsrose, Hartriegel, Schlehdorn und Ahorn, die bei hohem Nährstoffgehalt im Boden weitere Pflanzen auf der  Fläche nicht zulassen, wurden entfernt. Seltene Orchideen wie die Hummel- oder Bienenragwurz oder das Helmknabenkraut und Pflanzen wie der echte Wundklee, die Taubenskabiose oder Silberdistel, die auf offene und sonnige Gegebenheiten angewiesen sind ,soll der passende Lebensraum zur Verfügung gestellt werden. Durch die erfolgte Pflege sollen verschiedene Strukturen in der Fläche geschaffen werden, damit eine Vielzahl an Tieren und Pflanzen ihren Platz finden können. Mit Büschen wird für Heckenbrüter die Nistmöglichkeit gefördert.. Einige Bäume werden gezielt einzeln gestellt, damit die Fläche auflockert wird und Greifvögel eine Sitzwarte finden und Kleinnager jagen können. Im Schattenwurf der Bäume  finden Pflanzen, die keine dauerhafte direkte Sonneneinstrahlung aushalten, ihren Platz. Um Vögel anzulocken brachte Elmar Patermann Nistkästen an und bietet mit Sitzstangen den Falken und anderen befiederten Jägern gute Chancen um Mäuse zu erlegen. Durch den Arbeitseinsatz fühlten sich einige Blindschleichen kurzfristig gestört. Nach dem Abräumen des dieses Jahr, dank hoher Niederschläge und bestem Wuchswetter, besonders hohem Aufwuchses, genossen die Blindschleichen, die weder blind noch Schlangen , sondern Reptilien sind, die verbesserte Sonneneinstrahlung zu einem genussvollen Sonnenbad.

Foto von Arbeitseinsatz in Markelsheim
Tillmann Zeller

Ausbildung zum Naturführer bei der NSG

Die erfolgreichen Naturführer/innen mit Kursleiter Frank Uwe Pfuhl

Auf 5 Jahre Umweltzentrum kann die Naturschutzgruppe Taubergrund zurückblicken. Mit einem „Tag der offenen Tür“ wird  im Pavillon am Schlosspark unter dem Motto„Bei uns können Sie mitmachen“ ein umfangreiches Informations- und Aktionsprogramm für Jung und Alt geboten. Beteiligen Sie sich und bringen Sie sich ein! Am 1. Juli 14:00 – 17:00 und 2. Juli 13:00 – 17:00 ,so die Einladung der Naturschutzgruppe. Bisher können die über 400 Mitglieder und die vielen Gästen (beim jährlichen Naturerlebnistag sind es mehrere Tausend) jährlich hundert Termine zum Mitmachen finden. Auch in Zukunft will die Naturschutzgruppe Taubergrund ansprechende und attraktive Naturerlebnisse anbieten. Um von anderen Erfahrungen zu lernen und Anregungen zu bekommen haben jetzt zwölf Mitglieder der Gruppe einen Kompaktkurs als Naturführer bewältigt. Bernd Funcke hatte Frank Uwe Pfuhl, einen erfahrenen Umweltpädagogen von der Umweltwerkstatt Wetterau ,als kompetenten, motivierenden und anregenden Kursleiter gewonnen. Mit Präsentationen, Arbeit in Kleingruppen und Diskussionen wurden, wie Vorsitzender Josef Gulde resümierte, die Erwartungen des Kompaktkurses erfüllt und Impulse und Anregungen gewonnen. Der Aufbau und die Gestaltung von Naturführungen, die Besucherlenkung, die Biodiversität und die Charakterarten von Tieren und Pflanzen waren die Schwerpunkte. Pfuhl gab auch einen Einblick in die Arbeit der Umweltwerkstatt. Continue reading

Junge Turmfalken in Markelsheim

Elmar Patermann mit jungen Turmfalken

Zum  Wochenende hat Markelsheim zwölf neue (befiederte) Mitbürger. Am Dienstag pickten noch zwei Turmfalken in ihren Eiern, jetzt sind sie geschlüpft. Zwei Brutpaare nutzen dieses Jahr das Wohnungsangebot von Elmar Patermann. Seit zwanzig Jahren heißt er Turmfalken in speziell angefertigten Turmfalkennestern willkommen. Ungewöhnlich ist, dass gleichzeitig zwei Turmfalkenpaare brüten . Ein Elternpaar ist etwas kinderreicher und ist mit sieben ewig hungrigen Jungvögeln ganz schön im Stress. Das andere Paar hat später mit der Familiengründung begonnen, jetzt ist das fünfte Vögelchen geschlüpft. Die Markelsheimer Turmfalken erkennt man schon mit bloßem Auge am Firmament durch ihre spitzigen  Flügel und  den dauernden Rüttelflug. Die Turmfalkenmutter ist  rostbraun und zeichnet sich durch eine Querbänderung aus. Der Vater ist auf dem Rücken etwas heller und mit dunklen Flecken versehen.
Turmfalken brüten  normalerweise  etwas früher als in diesem ungewöhnlich kalten April. Bei der Auswahl ihrer Nester nehmen Turmfalken Elster- und Krähennestern in Beschlag,  freuen sich über die immer weniger werdenden  offenen Kirchtürme.  Die speziell für Falken gebauten Nisthilfen, die der Naturfreund Elmar Patermann geschaffen hat, sind eine begehrte Wohnstatt. Über einen kleinen Fensterspion kann er, ohne die Eltern beim Brutgeschäft zu stören, das rasche Aufwachsen der hungrigen Schar beobachten. Nach ungefähr 30 Tagen Brutzeit schlüpften die Jungen. Bei der jetzigen Hitze genügt die Sonnenwärme. Turmfalken haben anscheinend keinen Geruchssinn, denn der Kot, der im Nest ständig höher wird, entwickelt momentan zusammen mit den Resten toter Mäuse einen infernalischen Gestank. Die braun gesprengelten Eier sind etwa drei auf vier Zentimeter groß. Auch nach der Zeit im Nest, die beinahe fünf Wochen dauert, müssen die jungen Jäger noch versorgt werden, denn sie müssen das eigenständige Jagen erst erlernen, bevor sie das Elternrevier verlassen. Turmfalken sind keine Seitensprüngler, denn die Paare bleiben sich ein  fünfzehn Jahre lang dauerndes Leben  treu. In und um Markelsheim, in den Weinbergen und Wiesen finden Turmfalken ihre Beute in Form von Mäusen, Wühlmäusen und notfalls Würmern, kleinen Vögeln und Wespen. Dieses Jahr stehen nach Beobachtungen von Elmar Patermann nur Mäuse auf dem Speisezettel. Die männlichen jungen Turmfalken sind kleiner als ihre Schwestern.
Text und Foto:  Tillmann Zeller

Schwalben in Edelfingen

Bewunsernswerte Willkommenskultur

Schwalbennester in der Theobaldstrasse in Edelfingen,
Foro: Tillmann Zeller

Wenn Mehlschwalben bei Facebook wären, dann würden sie einander mitteilen,“bei Karin Stephan und Luise Haas in der Theobaldstrasse in Edelfingen gefällt es uns“. Für Mehlschwalben und Rauchschwalben wird das Leben immer schwieriger. Sie finden immer weniger Nahrung, weil es immer weniger Fliegen gibt, immer weniger Nistmöglichkeiten zu finden sind und der Bau von Nestern immer mehr erschwert wird. Der Mangel an Nahrung und an Wohnungen machen den Schwalben das Überleben schwer. Glatte Hausfassaden und dichte Fenster an Ställen engen den geselligen Akrobaten der Lüfte immer mehr ihren Lebensraum ein. Leider sind an Wohnhäusern Schwalbennester immer weniger baulich möglich oder werden verbotenerweise zerstört. Die Hinterlassenschaften der Insektenjäger auf Wänden, Balkonen und Autos verursachen diese Zerstörungswut. Auch der Bestand an Insekten ist immer mehr zurück gegangen. Mehlschwalben bauen ihre Nester am liebsten unter Dachüberständen und Rauchschwalben im Innern von Ställen und Scheunen. Der Hausbau  der Schwalben wird zusätzlich dadurch erschwert, dass immer weniger Material für den Nestbau zu finden ist. Zum Bau brauchen die Mehlschwalben feuchten Lehm. Den fanden sie früher in Pfützen der Feldwege. Diese sind heute in unserer technisierten Agrarlandschaft asphaltiert. Der gesuchte Ausweg über Gartenerde hilft nicht weiter, weil dieses Ersatzmaterial zu bröckelig ist. Eine stets nass gehaltene Lehmpfütze ist für die Luftsegler ein wirkungsvolles Baudarlehen. Continue reading

WORT ZUR NACHT 2017

Liebe Gäste, liebe Mitglieder der NSG, liebe Naturfreunde!

Ich bin im Hinblick auf mein „Wort zur Nacht“ von vor zwei Jahren auch noch in letzter Zeit sehr oft gefragt worden: Und wo bleibt das Positive, Herr Mühleck?

Nun, ich will es einmal versuchen, etwas sehr Positives darzustellen, etwas von dem ich sehr überzeugt bin und das mich auch immer wieder überrascht. Dafür schweife ich – ungewöhnlich für mich – zumindest sprachlich mal in den Bereich der Technik ab.

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